Eine Zahnspange kostet in Deutschland zwischen 1.500 und 15.000 Euro, abhängig von der Art der Behandlung und dem Alter des Patienten. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten bei Kindern und Jugendlichen nur ab kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) 3-5, während Erwachsene die Kosten meist vollständig selbst tragen müssen. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alle Details zu Preisen, Kassenleistungen und Sparmöglichkeiten für 2026.
Was kostet eine Zahnspange in Deutschland 2026?
Die Kosten einer Zahnspange variieren erheblich je nach Art der kieferorthopädischen Behandlung. Eine festsitzende Zahnspange für Kinder und Jugendliche kostet durchschnittlich zwischen 3.000 und 6.000 Euro für beide Kiefer. Herausnehmbare Zahnspangen sind mit 1.500 bis 4.000 Euro günstiger, während moderne Systeme wie Aligner (z.B. Invisalign) zwischen 3.500 und 8.000 Euro kosten können. Bei Erwachsenen liegen die Preise häufig höher, da die Behandlung komplexer ist.
Die Gesamtkosten einer kieferorthopädischen Behandlung setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen: Erstuntersuchung und Diagnostik (150-300 Euro), Behandlungsplanung (200-400 Euro), die eigentliche Apparatur sowie regelmäßige Kontrolltermine über die gesamte Behandlungsdauer. Eine durchschnittliche Behandlung dauert 2-4 Jahre, wobei monatliche Kontrolltermine zwischen 50 und 150 Euro kosten können. Zusatzleistungen wie ästhetische Brackets oder beschleunigte Behandlungsmethoden erhöhen die Kosten zusätzlich um 500 bis 3.000 Euro.
Zahnspangen-Arten und ihre Preise im Vergleich
Die Wahl der Zahnspangen-Art hat den größten Einfluss auf die Gesamtkosten. Jede Variante bietet unterschiedliche Vor- und Nachteile in Bezug auf Tragekomfort, Ästhetik und Behandlungsdauer.
Festsitzende Zahnspange (Brackets)
Die klassische festsitzende Zahnspange mit Metallbrackets kostet zwischen 3.000 und 5.000 Euro und wird am häufigsten eingesetzt. Diese Variante ist besonders effektiv bei komplexen Zahnfehlstellungen. Keramikbrackets sind zahnfarben und damit unauffälliger, kosten aber 800 bis 2.000 Euro mehr als Metallbrackets. Selbstligierende Brackets, die ohne Gummibänder auskommen, liegen preislich zwischen 4.000 und 6.500 Euro. Die Behandlungsdauer beträgt typischerweise 18 bis 36 Monate, wobei alle 4-6 Wochen Anpassungen notwendig sind.
Herausnehmbare Zahnspange (lose Spange)
Eine herausnehmbare Zahnspange kostet zwischen 1.500 und 4.000 Euro und wird häufig bei Kindern im Wachstumsalter eingesetzt. Diese lose Spange muss mindestens 14-16 Stunden täglich getragen werden, um wirksam zu sein. Sie eignet sich besonders für leichte bis mittelschwere Zahnfehlstellungen und Kieferfehlbildungen. Der Vorteil liegt in der einfachen Reinigung und der Möglichkeit, die Spange zu besonderen Anlässen kurzzeitig herauszunehmen. Bei unzureichendem Tragekomfort kann sich die Behandlungsdauer verlängern, was zusätzliche Kosten verursacht.
Aligner (unsichtbare Zahnschienen)
Aligner wie Invisalign sind transparente Zahnschienen und kosten zwischen 3.500 und 8.000 Euro, abhängig vom Behandlungsumfang. Diese moderne Alternative zur klassischen Zahnspange ist nahezu unsichtbar und besonders bei Erwachsenen beliebt. Die Behandlung erfordert das Tragen von 20-40 verschiedenen Schienen, die jeweils 1-2 Wochen getragen werden. Aligner-Kosten variieren je nach Anbieter: Premium-Systeme wie Invisalign liegen am oberen Ende der Preisspanne, während günstigere Alternativen wie DR SMILE oder PlusDental ab 2.000 Euro erhältlich sind. Die Krankenkasse übernimmt bei Alignern in der Regel keine Kosten.
Lingualzahnspange (Innenzahnspange)
Die Lingualzahnspange wird an der Innenseite der Zähne befestigt und ist von außen völlig unsichtbar. Mit Kosten zwischen 8.000 und 15.000 Euro ist sie die teuerste Variante. Diese Innenzahnspange erfordert spezialisierte Kieferorthopäden und individuell angefertigte Brackets. Die Behandlung dauert meist 18-30 Monate. Besonders geeignet ist diese Methode für Erwachsene mit hohen ästhetischen Ansprüchen, die eine sichtbare Zahnspange vermeiden möchten. Die Eingewöhnungsphase kann länger sein, da die Zunge anfangs mit den Brackets in Kontakt kommt.
Kostenübernahme durch die Krankenkasse bei Kindern und Jugendlichen
Die gesetzliche Krankenkasse zahlt bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren die Kosten für eine Zahnspange, wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt. Diese wird anhand der kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) bewertet, die von KIG 1 (keine Behandlungsnotwendigkeit) bis KIG 5 (sehr schwere Fehlstellung) reichen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten ab KIG 3 vollständig für die Regelversorgung, also für eine Standard-Metallbracket-Zahnspange oder herausnehmbare Spange.
Bei der AOK, Techniker Krankenkasse, Barmer und anderen gesetzlichen Kassen funktioniert die Kostenübernahme nach dem Eigenanteilssystem: Eltern zahlen zunächst 20 Prozent der Behandlungskosten (bei zwei oder mehr Kindern 10 Prozent pro Kind) selbst. Nach erfolgreichem Behandlungsabschluss erstattet die Krankenkasse diesen Eigenanteil zurück. Bei KIG 1 und 2 (leichte Fehlstellungen) müssen Eltern die kompletten Kosten selbst tragen, was zwischen 2.000 und 5.000 Euro kosten kann. Zusatzleistungen wie zahnfarbene Brackets, Gold-Brackets oder beschleunigte Behandlungsmethoden werden grundsätzlich nicht von der Kasse übernommen.
Kieferorthopädische Indikationsgruppen (KIG) erklärt
Die KIG-Einstufung erfolgt durch den Kieferorthopäden anhand objektiver Kriterien. KIG 1 und 2 umfassen leichte Fehlstellungen ohne Krankheitswert, bei denen keine Kassenleistung erfolgt. KIG 3 beschreibt ausgeprägte Zahnfehlstellungen mit Behandlungsbedarf, etwa bei einem Überbiss von 6-9 mm oder einem frontalen Kreuzbiss. KIG 4 liegt vor bei stark ausgeprägten Fehlstellungen wie extremem Überbiss über 9 mm. KIG 5 betrifft sehr schwere Fehlstellungen, häufig in Kombination mit Kieferfehlbildungen oder nach Unfällen. Die Einstufung wird dokumentiert und bei der Krankenkasse zur Genehmigung eingereicht.
Zusatzkosten für Kinder trotz Kassenleistung
Selbst wenn die Krankenkasse die Grundversorgung zahlt, entstehen häufig Zusatzkosten. Viele Kieferorthopäden bieten ästhetische Upgrades an: zahnfarbene Keramikbrackets kosten 500-2.000 Euro Aufpreis, bunte Gummibänder 150-400 Euro extra. Professionelle Zahnreinigungen während der Behandlung (alle 3-6 Monate empfohlen) schlagen mit je 80-120 Euro zu Buche. Eine beschleunigte Behandlung durch Lasertechnologie oder spezielle Stimulationsgeräte kann zusätzlich 1.000-3.000 Euro kosten. Die Retainer nach der Behandlung (Haltespangen zum Stabilisieren des Ergebnisses) werden von vielen Kassen nicht vollständig übernommen und kosten 300-800 Euro.
Zahnspangen-Kosten für Erwachsene
Erwachsene müssen die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung in der Regel vollständig selbst tragen, da gesetzliche Krankenkassen nur in Ausnahmefällen zahlen. Eine Zahnspange für Erwachsene kostet zwischen 3.000 und 15.000 Euro, abhängig von der gewählten Methode. Die Behandlung dauert meist länger als bei Jugendlichen, da das Knochenwachstum abgeschlossen ist und Zähne sich langsamer bewegen. Typische Behandlungsdauern liegen zwischen 12 und 36 Monaten.
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt Kosten bei Erwachsenen nur, wenn eine schwere Kieferanomalie vorliegt, die eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung erfordert. Dies betrifft etwa extreme Über- oder Unterbisse, die nur durch eine Operation korrigiert werden können. In allen anderen Fällen sind Erwachsene auf eine private Zusatzversicherung oder Eigenfinanzierung angewiesen. Viele Kieferorthopäden bieten Ratenzahlungen über 12-48 Monate an, um die finanzielle Belastung zu verteilen.
Beliebte Zahnspangen-Optionen für Erwachsene
Erwachsene bevorzugen meist ästhetische Behandlungsmethoden. Aligner sind mit 60 Prozent die beliebteste Wahl, gefolgt von Keramikbrackets (25 Prozent) und Lingualzahnspangen (10 Prozent). Klassische Metallbrackets werden nur noch von 5 Prozent der erwachsenen Patienten gewählt. Die Kosten für Aligner beginnen bei etwa 2.000 Euro für einfache Fälle und können bei komplexen Behandlungen 8.000 Euro überschreiten. Viele Erwachsene entscheiden sich für eine Kombination aus verschiedenen Methoden, etwa zunächst eine feste Spange für 12 Monate, gefolgt von Alignern zur Feinkorrektur.
Steuerliche Absetzbarkeit der Behandlungskosten
Die Kosten einer Zahnspange können als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden. Absetzbar sind alle Behandlungskosten, die die zumutbare Eigenbelastung überschreiten (1-7 Prozent des Jahreseinkommens je nach Familienstand). Dies umfasst Arzt- und Laborkosten, Materialkosten sowie Fahrtkosten zu den Behandlungsterminen. Eine ärztliche Bescheinigung über die medizinische Notwendigkeit sollte vor Behandlungsbeginn eingeholt werden. Bei Kosten von 5.000 Euro und einer zumutbaren Belastung von 2.000 Euro können somit 3.000 Euro steuerlich abgesetzt werden, was je nach Steuersatz eine Erstattung von 900-1.500 Euro bedeuten kann.
Zahnzusatzversicherung für Kieferorthopädie
Eine Zahnzusatzversicherung für Kieferorthopädie kann erhebliche Kosten sparen, muss aber rechtzeitig abgeschlossen werden. Die meisten Versicherungen erstatten 50-100 Prozent der Kosten für kieferorthopädische Behandlungen. Für Kinder lohnt sich der Abschluss besonders, wenn dieser vor dem 4. Lebensjahr erfolgt und bevor eine Fehlstellung diagnostiziert wurde. Tarife kosten zwischen 8 und 25 Euro monatlich und erstatten je nach Leistungsumfang zwischen 1.000 und 5.000 Euro für die gesamte Behandlung.
Bei Zahnzusatzversicherungen für Erwachsene gelten strengere Bedingungen. Viele Tarife haben Wartezeiten von 3-8 Monaten, manche sogar mehrere Jahre. Die erstatteten Beträge sind oft gestaffelt: Im ersten Jahr werden beispielsweise nur 25 Prozent erstattet, im zweiten Jahr 50 Prozent und erst ab dem dritten Jahr der volle Satz. Einige Versicherungen bieten spezielle KFO-Tarife ohne Wartezeit, die aber deutlich teurer sind (30-60 Euro monatlich). Ein Vergleich verschiedener Anbieter ist essentiell: Die beste Zahnzusatzversicherung für Kieferorthopädie 2026 bieten Ergo Direkt, DFV und Allianz mit Erstattungen bis zu 100 Prozent nach der Wartezeit.
Wann bezahlt die Krankenkasse eine Zahnspange gratis?
Eine Zahnspange ist gratis für Kinder und Jugendliche, wenn die gesetzliche Krankenkasse die vollen Kosten übernimmt. Dies geschieht bei Einstufung ab KIG 3 und wenn ausschließlich die Regelversorgung ohne Zusatzleistungen gewählt wird. Nach erfolgreichem Behandlungsabschluss wird auch der zunächst gezahlte Eigenanteil von 10-20 Prozent vollständig erstattet. Faktisch entstehen den Eltern dann keine Kosten, sofern keine Zusatzleistungen in Anspruch genommen wurden.
Wichtig ist jedoch, dass der Behandlungserfolg nachgewiesen werden muss. Der Kieferorthopäde bestätigt dies gegenüber der Krankenkasse nach Behandlungsende. Wird die Behandlung vorzeitig abgebrochen oder das Ergebnis als unzureichend bewertet, kann die Kasse die Erstattung des Eigenanteils verweigern. Bei Geschwisterkindern reduziert sich der Eigenanteil auf 10 Prozent pro Kind. Privatversicherte erhalten je nach Tarif 50-100 Prozent der Kosten erstattet, zahlen aber zunächst die Rechnung selbst und reichen diese dann ein.
Monatliche Kosten und Ratenzahlung
Die Frage wie teuer ist eine Zahnspange monatlich lässt sich pauschal nicht beantworten, da dies von der Zahlungsvereinbarung abhängt. Bei einer Gesamtsumme von 5.000 Euro und einer Ratenzahlung über 24 Monate entstehen monatliche Kosten von etwa 210 Euro. Viele Kieferorthopäden bieten zinsfreie Ratenzahlungen über die gesamte Behandlungsdauer an. Bei einer 3-jährigen Behandlung würden aus 5.000 Euro Gesamtkosten etwa 140 Euro monatliche Rate resultieren.
Zusätzlich zu den Raten für die Zahnspange entstehen regelmäßige Kosten für Kontrolltermine, die je nach Praxis zwischen 0 und 150 Euro pro Besuch liegen können. Manche Praxen rechnen diese separat ab, andere inkludieren sie in die Gesamtsumme. Bei der Finanzierungsplanung sollten auch unvorhergesehene Kosten eingeplant werden: Reparaturen bei Bracketbruch (50-150 Euro), Ersatz verlorener Aligner (80-200 Euro pro Schiene) oder zusätzliche Termine bei Problemen. Eine realistische monatliche Budgetplanung sollte 150-300 Euro für die komplette kieferorthopädische Behandlung vorsehen.
Kieferorthopädie-Kosten nach Altersgruppen
Die Kosten für eine Zahnspange unterscheiden sich deutlich nach Altersgruppe, da Behandlungsumfang und Kassenleistungen variieren. Im Folgenden finden Sie detaillierte Informationen zu den typischen Kosten für verschiedene Altersgruppen.
Zahnspange für 12-Jährige
Eine Zahnspange für 12-Jährige kostet bei Kassenleistung (ab KIG 3) praktisch nichts, abzüglich des temporären Eigenanteils von 20 Prozent, der nach Behandlungsende erstattet wird. Bei einer privaten Behandlung ohne Kassenleistung (KIG 1-2) liegen die Kosten zwischen 2.500 und 5.000 Euro. Mit 12 Jahren befinden sich die meisten Kinder in der optimalen Phase für kieferorthopädische Behandlungen, da der Zahnwechsel weitgehend abgeschlossen ist. Die Behandlungsdauer beträgt typischerweise 24-36 Monate. Viele Eltern wählen Zusatzleistungen wie zahnfarbene Brackets für 800-1.500 Euro extra.
Zahnspange für 13-Jährige
Bei 13-Jährigen gelten die gleichen Kassenleistungen wie bei 12-Jährigen. Die Kosten mit Kassenübernahme beschränken sich auf den erstattungsfähigen Eigenanteil und eventuelle Zusatzleistungen. Ohne Kassenleistung kostet eine Behandlung 2.800-5.500 Euro. In diesem Alter ist häufig eine festsitzende Zahnspange notwendig, da herausnehmbare Spangen nicht mehr ausreichend wirksam sind. Die Compliance (Mitarbeit) von 13-Jährigen ist meist besser als bei jüngeren Kindern, was die Behandlung effizienter macht. Allerdings steigt das ästhetische Bewusstsein, weshalb viele Jugendliche Keramikbrackets oder Aligner bevorzugen.
Zahnspange für 14-Jährige
Eine Zahnspange für 14-Jährige wird von der Krankenkasse noch vollständig übernommen, sofern die Behandlung vor dem 18. Geburtstag abgeschlossen werden kann. Die Kosten ohne Kassenleistung liegen bei 3.000-6.000 Euro. In diesem Alter wünschen sich viele Jugendliche diskrete Lösungen wie Aligner, die allerdings 3.500-6.500 Euro kosten und meist privat bezahlt werden müssen. Die Behandlungsdauer ist mit 18-30 Monaten oft etwas kürzer als bei jüngeren Kindern. Wichtig ist, dass die Behandlung rechtzeitig beginnt, um vor dem 18. Geburtstag abgeschlossen zu sein, da sonst die Kassenleistung entfällt.
Sparmöglichkeiten und Finanzierungshilfen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Kosten für eine Zahnspange zu reduzieren oder finanzierbar zu machen. Zunächst sollte geprüft werden, ob eine medizinische Notwendigkeit (KIG 3-5) vorliegt, die eine Kassenübernahme rechtfertigt. Ein Zweitmeinungstermin bei einem anderen Kieferorthopäden kann sinnvoll sein, da die KIG-Einstufung einen gewissen Beurteilungsspielraum lässt.
Weitere Sparmöglichkeiten umfassen: Verzicht auf ästhetische Zusatzleistungen (spart 500-3.000 Euro), Behandlung an Universitätskliniken (oft 20-40 Prozent günstiger, aber längere Wartezeiten), Auslandsbehandlung in EU-Nachbarländern wie Polen oder Tschechien (30-50 Prozent günstiger bei vergleichbarer Qualität). Eine Ratenzahlung ohne Zinsen erleichert die finanzielle Belastung erheblich. Manche Kieferorthopäden bieten Geschwisterrabatte von 10-20 Prozent an. Die steuerliche Absetzbarkeit als außergewöhnliche Belastung kann je nach Einkommen 20-40 Prozent der Kosten zurückbringen. Ein Vergleich verschiedener Behandler lohnt sich, da die Preisunterschiede bis zu 30 Prozent betragen können bei gleicher Leistung.
Kieferorthopädische Behandlung im Ausland
Eine Zahnspangen-Behandlung im Ausland kann erhebliche Kosten sparen, birgt aber auch Risiken. In Ländern wie Polen, Ungarn oder Tschechien liegen die Preise 30-60 Prozent unter deutschen Niveau. Eine Behandlung, die in Deutschland 5.000 Euro kostet, ist dort für 2.000-3.500 Euro erhältlich. Viele Kliniken in Grenznähe bieten deutschsprachige Betreuung und haben moderne Ausstattung. Die Behandlungsqualität in EU-Ländern unterliegt europäischen Standards und ist oft vergleichbar.
Die Herausforderungen bei einer Auslandsbehandlung liegen in der Logistik: Regelmäßige Kontrolltermine alle 4-8 Wochen erfordern entsprechende Reisen. Bei Komplikationen kann die Nachbehandlung in Deutschland schwierig sein, da deutsche Kieferorthopäden ungern Behandlungen von Kollegen übernehmen. Die gesetzliche Krankenkasse erstattet bei EU-Behandlungen maximal die Kosten, die in Deutschland angefallen wären. Bei Privatversicherten hängt die Erstattung vom individuellen Tarif ab. Für die Entscheidung sollte eine Gesamtkostenrechnung erstellt werden, die Reise-, Übernachtungs- und Zeitkosten einbezieht. Bei komplexen Langzeitbehandlungen über 2-3 Jahre ist eine Inlandsbehandlung meist praktischer.
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Fragen & Antworten
Wie viel zahlt die Krankenkasse für eine Zahnspange?
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre die kompletten Kosten für die Regelversorgung, wenn eine kieferorthopädische Indikationsgruppe (KIG) von 3 bis 5 vorliegt. Eltern zahlen zunächst einen Eigenanteil von 20 Prozent (bei Geschwisterkindern 10 Prozent), der nach erfolgreichem Behandlungsabschluss vollständig erstattet wird. Bei KIG 1 und 2 sowie allen Zusatzleistungen wie ästhetischen Brackets müssen die Kosten selbst getragen werden. Erwachsene erhalten nur bei schweren Kieferanomalien mit kombinierter chirurgischer Behandlung eine Kostenübernahme.
Wie teuer ist eine normale Zahnspange?
Eine normale festsitzende Zahnspange mit Metallbrackets kostet in Deutschland zwischen 3.000 und 5.000 Euro für beide Kiefer bei einer Behandlungsdauer von 2-3 Jahren. Herausnehmbare Zahnspangen sind mit 1.500 bis 4.000 Euro günstiger. Die Gesamtkosten umfassen Diagnostik, Behandlungsplanung, die Apparatur selbst sowie regelmäßige Kontrolltermine. Hinzu kommen oft Kosten für Retainer nach der Behandlung (300-800 Euro). Bei Kassenleistung für Kinder entstehen faktisch keine Kosten, wenn keine Zusatzleistungen gewählt werden und die Behandlung erfolgreich abgeschlossen wird.
Wann ist die Zahnspange gratis?
Eine Zahnspange ist für gesetzlich versicherte Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren kostenlos, wenn eine medizinische Notwendigkeit ab KIG 3 vorliegt und ausschließlich die Standardversorgung gewählt wird. Der zunächst zu zahlende Eigenanteil von 10-20 Prozent wird nach erfolgreichem Behandlungsabschluss vollständig von der Krankenkasse zurückerstattet. Voraussetzung ist, dass die Behandlung planmäßig durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen wird. Bei Zusatzleistungen wie Keramikbrackets oder Alignern entstehen dagegen private Zusatzkosten zwischen 500 und 5.000 Euro.
Wie teuer ist eine Zahnspange monatlich?
Die monatlichen Kosten einer Zahnspange hängen von der Finanzierungsvereinbarung ab. Bei Gesamtkosten von 5.000 Euro und einer Ratenzahlung über 24 Monate entstehen etwa 210 Euro pro Monat. Viele Kieferorthopäden bieten zinsfreie Ratenzahlungen über die gesamte Behandlungsdauer an. Bei einer dreijährigen Behandlung würden sich die monatlichen Raten auf etwa 140 Euro reduzieren. Zusätzlich können Kosten für Kontrolltermine (0-150 Euro), Reparaturen oder Ersatzteile anfallen. Eine realistische monatliche Budgetplanung sollte 150-300 Euro vorsehen, abhängig von der gewählten Zahnspangen-Art und eventuellen Zusatzleistungen.
Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung für Kieferorthopädie?
Eine Zahnzusatzversicherung für Kieferorthopädie lohnt sich besonders bei Kindern, wenn sie vor dem 4. Lebensjahr und vor Diagnose einer Fehlstellung abgeschlossen wird. Die Versicherung kostet 8-25 Euro monatlich und erstattet je nach Tarif 50-100 Prozent der Kosten, maximal aber 1.000-5.000 Euro. Bei Gesamtkosten von 5.000 Euro und 80 Prozent Erstattung spart man 4.000 Euro, während über die Vertragslaufzeit etwa 720-1.500 Euro Beiträge gezahlt werden. Für Erwachsene gelten meist längere Wartezeiten von 3-8 Jahren, was die Attraktivität reduziert. Ein Vergleich verschiedener Tarife ist essentiell, da Leistungen und Bedingungen stark variieren.
Kann man eine Zahnspange steuerlich absetzen?
Ja, die Kosten für eine Zahnspange können als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden. Absetzbar ist der Betrag, der die zumutbare Eigenbelastung übersteigt, die je nach Einkommen und Familienstand 1-7 Prozent des Jahreseinkommens beträgt. Bei Behandlungskosten von 5.000 Euro und einer zumutbaren Belastung von 2.000 Euro können 3.000 Euro abgesetzt werden, was eine Steuererstattung von 900-1.500 Euro bedeuten kann. Wichtig ist eine ärztliche Bescheinigung über die medizinische Notwendigkeit vor Behandlungsbeginn. Absetzbar sind alle Behandlungs-, Material- und Fahrtkosten zu den Terminen.
| Zahnspangen-Art | Kosten 2026 | Kassenleistung Kinder | Behandlungsdauer |
|---|---|---|---|
| Festsitzende Metallbrackets | 3.000-5.000 Euro | Ja, ab KIG 3 | 18-36 Monate |
| Herausnehmbare Zahnspange | 1.500-4.000 Euro | Ja, ab KIG 3 | 12-24 Monate |
| Keramikbrackets | 4.500-7.000 Euro | Teilweise (Aufpreis privat) | 18-36 Monate |
| Aligner (Invisalign, etc.) | 3.500-8.000 Euro | Nein | 12-24 Monate |
| Lingualzahnspange | 8.000-15.000 Euro | Nein | 18-30 Monate |
| Selbstligierende Brackets | 4.000-6.500 Euro | Nein (Aufpreis) | 15-30 Monate |


